MOOS.
MOOS ist ein monatliches Magazin für Bryologie, Lichenologie und Bodenkunde. Schwerpunkt mitteleuropäische Wälder, klassische Bestimmungsschlüssel (Frahm, Wirth, Düll, Hofmeister), Luftqualitäts-Bioindikation durch Flechten, Bodenbiologie von Tardigraden bis Springschwänzen, Naturwaldreservate als Langzeit-Beobachtungsflächen.
Der Name kommt aus der ersten Pflanzenform, die ein neugieriger Blick im Wald wahrnimmt. „Moos" bezeichnet keine einzelne Gruppe — die Bryophyta umfassen die Laubmoose (Bryophytina, etwa 800 deutsche Arten), die Lebermoose (Marchantiophyta, etwa 270 deutsche Arten) und die Hornmoose (Anthocerotophyta, knapp 10 deutsche Arten). Jeder Stamm hat seine eigene Evolutionsgeschichte, jeder Quadratmeter Wald sein eigenes Inventar.
Was wir tun
Wir bestimmen Moose nach Frahm (Moosflora) mit der Lupe (10×–20×) und am Mikroskop (40–400× im Hellfeld). Wir lesen Flechten als Bioindikator nach VDI 3957 (Methode der Flechten-Diversität, FDW), führen Boden-pH-Profile mit Glaselektrode statt nur mit Indikator-Papier, dokumentieren Bestände in Permanent-Plots nach Braun-Blanquet. Wir besuchen Naturwaldreservate des Bayerischen Walds, der Sächsischen Schweiz, der Schorfheide, des Spessarts und protokollieren Sukzessions-Beobachtungen über die Jahre.
Was wir nicht tun
Keine Garten-Aufsätze über „Moos im Rasen entfernen". Keine Mooswand-Inneneinrichtungs-Trends. Keine spirituellen Wald-Erzählungen. Bryologie ist eine 250-jährige wissenschaftliche Disziplin (Hedwig 1801, Species Muscorum Frondosorum als Gründungswerk) — wir nähern uns ihr mit dem Respekt, den sie verdient.
Der Rhythmus
Ein Band pro Monat, jeweils zur Monatsmitte. Vier bis sechs Aufsätze aus den acht Ressorts. Wer mitliest, kommt im nächsten Frühjahr selbst mit Lupe und Knietuch in den Buchenhang.